argumente. netzwerk antirassistischer bildung e.v.




... in der Mitte angekommen (2002)

rechtsextremismus und gesellschaftliche gegenaktivitäten in mecklenburg-vorpommern

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Das kleine Bundesland Mecklenburg-Vorpommern mit den schönen Ostseestränden hat nach Sachsen-Anhalt im Verhältnis zur Bevölkerungszahl die höchste Rate an rechtsextremen Straftaten in Deutschland. Die Zahl der organisierten Rechtsextremen steigt immer noch an.

Auf der anderen Seite entwickelt sich aber auch zunehmend das Bewusstsein, dass dringend etwas gegen Rechtsextremismus getan werden muss, was sich in unterschiedlichen Aktivitäten, Initiativen und Vernetzungen seitens gesellschaftlicher Gruppen und Einzelpersonen sowie des Landes niederschlägt.

Die vorliegende Broschüre nimmt sowohl den Neonazismus, so wie er sich in Mecklenburg-Vorpommern darstellt, unter die Lupe als auch die gesellschaftlichen Gegenkräfte. Sie schärft den Blick für die Hintergründe und Ursachen der starken rechtsextremen Tendenzen und informiert über den Organisierungsgrad und die Wirkungsweise der Neonazis. Sie leistet einen Beitrag zur Diskussion über wirkungsvolle Strategien gegen Rechtsextremismus, indem sie der Frage nachgeht, vor welchen Problemen Basisgruppen, SozialarbeiterInnen, Menschen anderer Herkunft oder GewerkschaftsaktivistInnen im Kampf gegen Rechts stehen, was die Erfahrungen und Einschätzungen von Menschen sind, die dem Rechtsextremismus entschieden entgegentreten, und wie sie arbeiten.

Die AutorInnen dieser Broschüre haben in Mecklenburg-Vorpommern Veranstaltungen von Gewerkschaften und Initiativen besucht, sind bei Netzwerken, Vereinen und Jugendeinrichtungen gewesen, haben sich mit lokalen Antifa-Gruppen getroffen und überall Interviews geführt. Diese authentischen Momentaufnahmen werden durch eine intensive Presseauswertung sowie das Heranziehen von Fachliteratur, aktuellen Studien, Flugblättern bis hin zu Regierungspublikationen ergänzt und runden so das Bild ab.

Die Broschüre beleuchtet vier Schwerpunkte:

  1. Die Situation von MigrantInnen und Flüchtlingen in Mecklenburg-Vorpommern, deren Einsatz gegen Rechtsextremismus sowie den Rassismus, mit dem sie konfrontiert sind.
  2. Die Frage nach vernünftiger Jugendarbeit unter Gegenüberstellung der Konzepte Gewalt-Prävention und Bekämpfung von Arbeits- und Perspektivlosigkeit.
  3. Sinn und Unsinn der unterschiedlichen Ansätze von Gewerkschaften, Netzwerken, Initiativen und der Landesregierung im Kampf gegen Rechts.
  4. Den Zusammenhang zwischen der Verankerung rechtsextremen Gedankenguts in der Gesellschaft und dem hip-Sein neonazistischer Jugendkultur sowie die Organisierung von Neonazis und ihr konkretes Auftreten in Mecklenburg-Vorpommern.

Eine Adressen- und Literaturliste bietet Interessierten weitere Anregungen bzw. macht auf AnsprechpartnerInnen aufmerksam.

Das Herzensanliegen dieser Broschüre ist es, all diejenigen zu unterstützen, die den rechten Hegemoniebestrebungen in Mecklenburg-Vorpommern - und nicht nur da - zur Wehr setzen. Außerdem will sie der Auseinandersetzung um ein wirkungsvolles Vorgehen gegen den Rechtsextremismus neue Impulse geben.

Finanziell gefördert von der Otto-Brenner-Stiftung